Bei einer Baufinanzierung geht es üblicherweise immer um größere Summen. Das hat zur Folge, dass sich auch kleine Unterschiede bei den Zinsen bei den Gesamtkosten spürbar auswirken können. Diese Tatsache sollte man sich als potentieller Bauherr zunutze machen, um sich mit günstigen Angeboten die niedrigsten Gesamtkosten für den Hausbau zu sichern, die der Markt aktuell hergibt.
Ein gutes Mittel zum Vergleich der Angebote sind die Hypothekenrechner und Tilgungsrechner. Sie geben dem Nutzer die Möglichkeit, sich ausgehend von der benötigten Kreditsumme über Veränderungen der Laufzeit oder der zu zahlenden Annuität einen Überblick verschaffen zu können. Auch umgekehrt ist mit dem Tilgungsrechner und dem Hypothekenrechner ein Vergleich der Angebote möglich. So kann man seine mögliche Rate eingeben und über Veränderungen der Laufzeit heraus finden, welche Kreditsumme man wo zu den besten Konditionen bekommen kann. Dabei sollte man auch mit berücksichtigen, dass es manchmal wirtschaftlich Sinn macht, eine größere Hypothek in zwei kleinere oder in eine Hypothek und einen zweckfreien Konsumkredit aufzuteilen.
Wissen sollte man allerdings auch, dass die Hypothekenrechner und Tilgungsrechner verschiedene individuelle Faktoren nicht mit berücksichtigen können. Sie gehen immer von optimalen Bedingungen aus. Das bedeutet im Einzelnen, dass der potentielle Kreditnehmer die bestmögliche Bonität hat, die Hypothek auf dem ersten Rang im Grundbuch eingetragen werden kann und die Vorgaben der Bank hinsichtlich des Anteils der Finanzierung am ermittelten Beleihungswert eingehalten werden. Schon kleinere Abweichungen können hier zu sehr deutlichen Veränderungen der zu entrichtenden Zinsen führen. Sowohl der Hypothekenrechner als auch der Tilgungsrechner können also nur dazu dienen, sich einen groben Überblick über die vorhandenen Angebote zu verschaffen. Danach ist immer ein persönlicher Kontakt mit der anbietenden Bank notwendig, um ein endgültiges Angebot unter Berücksichtung aller Faktoren des Einzelfalls bekommen zu können.
Auch einige der Nebenkosten für eine Hypothek werden vom Hypothekenrechner und Tilgungsrechner nicht mit beachtet. Sie beginnen bereits bei den Gebühren, die im Einzelfall für die Ermittlung des Verkehrswertes und daraus abgeleitet des Beleihungswertes eines Grundstücks anfallen. Da hier in Abhängigkeit von der Art und der Nutzung der Immobilie verschiedene Verfahren angewendet werden, unterscheiden sich auch die Gebühren teils erheblich.
Die Kosten, die rund um die Eintragung des Grundpfandrechts zur Hypothek anfallen, bleiben beim Tilgungsrechner und dem Hypothekenrechner ebenfalls außen vor. Da Grundbucheintragungen immer einen Notar erforderlich machen, sind die Notarkosten zusätzlich zu ermitteln. Außerdem erhebt das Grundbuchamt selbst Gebühren für die Eintragungen. Da diese Gebühren länderrechtlich geregelt sind, können sie im Hypothekenrechner und Tilgungsrechner nicht pauschal mit eingearbeitet werden.
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